14. 6. 2008
Uraufführung im Gesundheitsamt Mannheim

Szene aus der Lesung im Gesundheitsamt Mannheim

Rede in Auszügen:

… Es waren die Gesundheitsämter, zu deren Kernaufgabe in der NS-Zeit die Erb- und Rassenpflege gehörte. Deshalb danken wir dem Fachbereich Gesundheit in Mannheim, namentlich Frau Dr. Engler-Thümmel und Frau Cussnick für die Unterstützung unseres Anliegens. Unser Wunsch ist es nämlich, für dieses Thema eine möglichst große Öffentlichkeit sensibel zu machen, insbesondere in den Behörden und Einrichtungen, die damals direkt oder mittelbar an den Zwangssterilisationen beteiligt waren. Wir möchten sie dabei auch zu eigener Erinnerungsarbeit anregen…

Ist die Eugenik denn heute, 75 Jahre danach, überwunden?

Szene aus der Lesung im GesundheitsamtWir meinen nein. Juristen und Politiker haben das Wort Eugenik lange gemieden, die Ziele der Eugenik haben sie jedoch nicht wirklich fallen lassen. Es war kürzlich ausgerechnet das Bundesverfassungsgericht, das sich nicht scheute, beim Urteil zum Geschwister-Inzest eugenische Gesichtspunkte ganz offen in Betracht zu ziehen…

Die Eugenik ist im Nationalsozialismus nicht missbraucht worden, im Gegenteil, sie ist konsequent angewendet worden. Eugenik ist rassistisch, sie selektiert in erwünscht und unerwünscht, Eugenik grenzt aus in lebenswert und lebensunwert, sie betrifft Menschen existenziell.

Das wollen wir nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Redebeitrag des AK-Justiz hier herunterladen

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