Was will der „Arbeitskreis Justiz”?

1995 hat sich unsere überschaubare Gruppe antifaschistisch Gesinnter daran gemacht, über die in Vergessenheit geratene, verdrängte und verleugnete Geschichte der Mannheimer NS-Justiz aufzuklären. Wir wollten und wollen noch immer dazu beitragen, einige „blinde Flecken“ in Mannheims NS-Vergangenheit aufzuarbeiten. Dies sind unsere bisherigen Themen:

  • das NS-Sondergericht
  • die „Arisierung“ und Verwertung jüdischen Eigentums
  • das NS-Erbgesundheitsgericht
  • die Pogromnacht vom 9. 11. 1938 und ihre Folgen

Der Arbeitskreis Justiz ist in politischem Engagement gegen Diskriminierung und rechtsradikales Gedankengut entstanden (mehr unter Die Anfänge). Erstaunlicherweise – und gleichzeitig bezeichnenderweise – gehören ihm weder Jurist*innen noch Historiker*innen an. Unsere Recherchearbeit in Archiven haben wir ehrenamtlich und neben unserer Berufsarbeit organisiert.

Was unser Herangehen besonders auszeichnet ist, dass wir uns neben den unterschiedlichen „vergessenen“ Opfergruppen von Anfang an um die Täterseite und die „Zuschauer“ kümmern. Das war Mitte der 1990er Jahre überhaupt nicht selbstverständlich, und ist 2010 Jahren auch noch auf Widerstand gestoßen.

Wie von uns vermutet, waren viele „kleinen Leute“ auch Mitläufer*innen im NS-System, die ihren Vorteil suchten und sich rasch arrangierten.

Vieles ist auch jetzt noch für Mannheim in der NS-Zeit nicht aufgearbeitet, so beispielsweise die Rolle der Kriminal- und Schutzpolizei, des Militärgerichts oder das Thema „Asoziale“ und der Vernichtungswille der Nationalsozialisten dieser „Gruppe“ gegenüber.

Unsere Arbeit wäre in der vorliegenden Form nicht möglich, wenn wir nicht immer wieder auf breite Unterstützung vieler Menschen getroffen wären. Das große Interesse an unseren Veranstaltungen und Aktionen hat uns ermutigt, an verschiedenen „Baustellen“ weiter zu arbeiten.

Es gibt auch viele aktuelle Gründe, sich weiter mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu befassen, beispielsweise

  • der zunehmende Antisemitismus,
  • die Ausgrenzung von Ausländer*innen und Geflüchteten,
  • das Erstarken rechter Parteien und die rechte Gewalt.

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